1. Bezirksliga – 6. Spieltag – Ein Vormittag, der schwer wurde

Es war einer dieser Vormittage, an denen selbst ein Heimspiel nicht wärmer wirkt als ein Auswärtstermin. 11 Uhr, die Bretter aufgebaut, der Kaffee noch nicht ganz angekommen – doch der Heimvorteil blieb irgendwo zwischen Haustür und Spielbrett liegen. Die Gäste kamen, setzten sich, spielten – und nahmen die Punkte einfach wieder mit.

Luca, zuletzt in blendender Form, fand sich diesmal früh auf der falschen Seite des Ergebnisses wieder. Ein kurzer Blick, ein Händedruck, das war’s. An Brett drei folgte Lina, deren Stellung sich erst leise, dann unüberhörbar gegen sie stellte. Zwei frühe Nullnummern, bevor die Runde richtig Fahrt aufgenommen hatte.

Christian kämpfte wie jemand, der weiß, dass Bauern nicht alles sind – aber Minusbauern bleiben Minusbauern, und zwei Leichtfiguren gegen einen Turm sind selten ein Rezept für Wunder. Auch hier: kein Entkommen.

Erik dagegen stemmte sich gegen die Schwerkraft. Sein Gegner stärker, die Stellung schwierig, doch Erik hielt dagegen, Zug für Zug, bis am Ende ein Remis stand, das sich anfühlte wie ein kleiner Sieg.

Ich selbst irrte zunächst durch die Orang-Utan-Eröffnung – erst die zweite Partie damit, und der Urwald war dicht. Doch im Mittelspiel lichtete sich das Dickicht, ich fand Wege, fand Ideen. Nur um später eine Taktik zu übersehen, die wie ein Ast war, über den man stolpert, obwohl man ihn eigentlich hätte sehen müssen. Remis, mehr war nicht drin.

Steven durfte gegen den Bezirksspielleiter ran – ein Duell mit Titel und Tradition. Er spielte solide, sicher, aber auch hier blieb es bei der Punkteteilung.

Und dann Klaus. Zwei Bauern weniger, die Stellung wacklig wie ein alter Küchenstuhl. Doch Klaus verteidigte kreativ, zäh, mit dieser Mischung aus Erfahrung und Eigensinn, die man nicht trainieren kann. Nach viereinhalb Stunden stand ein Remis auf dem Formular – und ein Gegner, der wohl noch auf dem Heimweg grübelte.

Am Ende aber bleibt die Summe: 2:6, eine bittere Niederlage im städtischen Nachbarschaftsderby. 

Und nun wartet Langenberg – ebenfalls kein leichter Gang. Diesmal müssen die Punkte endlich wieder an die Lenneper gehen, damit die Tabelle nicht zu einem unbequemen Begleiter wird.

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