Von der Vereinsheim-Bühne in Lennep
Es war ein Sonntagmorgen, der schon vor dem ersten Zug seine Dramatik entfaltete. Zwei Stammkräfte fehlten den Schachfreunden aus Lennep, und als ob das nicht genug wäre, kam die letzte Hiobsbotschaft gerade einmal drei Stunden vor Anpfiff: ein weiterer Ausfall. Doch die Mannschaft fand eine Antwort – Jan, eins unserer neuen Mitglieder, sprang kurzerhand ein. Und wie! Mit kühler Hand und scharfem Blick fuhr er den vollen Punkt ein, als hätte er schon seit Jahren im Team gestanden.
Doch nicht alle Partien wollten so glänzen. Rainer und Armin kämpften tapfer, stellten sich den Angriffen, doch am Ende mussten beide ihre Könige niederlegen. Bitter, aber nicht unverdient – die Gegner aus Anna 88 zeigten sich kompromisslos.
Tom hingegen durfte sich über einen kampflosen Sieg freuen. Ein Punkt für die Mannschaft, gewiss, doch wer am Sonntagmorgen um 11 Uhr im Vereinsheim sitzt, möchte eigentlich auch die Figuren über das Brett jagen. Ein Sieg ohne Spiel bleibt ein seltsamer Trost.
Christian und André erlebten ihre eigenen Dramen: Chancen waren da, Möglichkeiten blitzten auf, doch die Partie wollte nicht kippen. Am Ende blieb beiden nur ein halber Punkt – solide, aber mit dem Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre.
Steven und Thomas schließlich gerieten im späteren Verlauf unter Druck. Ihre Könige sahen sich Angriffen gegenüber, die nicht mehr abzuwehren waren. Zwei Niederlagen, die den Mannschaftskampf endgültig in Richtung der Gäste kippen ließen.
So stand es am Ende 3:5 – ein Sieg für SF Anna 88, eine Niederlage für die Schachfreunde aus Lennep. Doch die Geschichte dieses Wettkampfs erzählt mehr als nur Zahlen: von spontanen Einsätzen, verpassten Chancen, bitteren Niederlagen und einem Team, das trotz aller Widrigkeiten zusammenstand.